Corona – Aufruf zur Verbundenheit!

Was hat Corona mit uns Deutschen nur gemacht? Unsere Gesellschaft spaltet sich immer mehr in zwei Lager. Auf der einen Seite stehen als „Aluhut-Träger“ und „Verschwörungstheoretiker“ betitelte Menschen. Gemeint sind Mitbürger, welche der Regierung und deren Beweggründen kritisch gegenüber stehen.

Auf der anderen Seite des großen Grabens stehen als „Schlafschafe“ betitelte Menschen. Gemeint sind Mitbürger, die Dankbar sind, dass die Regierung aus ihrer Sicht schnell und entschlossen gehandelt und dadurch größeren Schaden abgewendet hat.

Wieso schaffen wir es nicht, uns zu verbinden? 

Angst haben beide Lager – die einen vor dem Virus, die anderen vor den Massnahmen aufgrund des Virus’. 

Menschen auf beiden Seiten ist ihre Gesundheit wichtig. Der Unterschied liegt darin, wie sie diese in der Corona-Zeit erhalten wollen: Die einen durch Mundschutz, Social Distancing und irgendwann einmal durch eine Impfung. Die anderen durch Stärkung des Immunsystems und dadurch, dass sie sich die – aus ihrer Sicht krankmachenden – Impfungen vom Leibe halten. 

Die einen treibt die als Egoismus bewertete Kritik an den staatlichen Maßnahmen zur Weißglut. Die anderen fühlen sich hilflos ausgeliefert gegenüber der Staatsmacht, besonders die Vorstellung einer Pflicht- oder Zwangsimpfung macht ihnen große Angst.

Die einen haben Angst vor neuen Virus-Wellen aufgrund von zu schnellen Lockerungen der Maßnahmen. Die anderen haben Angst vor unwiderruflichen Einschränkungen ihrer Freiheit und der Erosion von Lebensqualität. 

Die einen haben kein Verständnis für Regierungs-Kritiker. Die anderen haben kein Verständnis für loyale Bürger.

Die einen nennen die anderen „Verschwörungstheoretiker“. Die anderen schießen mit „Schlafschafe“ zurück.

Beide Seiten werfen mit Schlamm aufeinander. Beide Seiten werfen mit Argumenten, angeblichen Fakten und deren Interpretationen aufeinander. 

Beide Seiten werten Anhänger der jeweils anderen Seite ab. 

Es geht beiden um richtig oder falsch.

So spaltet sich unsere Gesellschaft. 

Es macht mich so traurig.


Es ist höchste Zeit für einen Wandel!

Diese Art, mit andersdenkenden Menschen umzugehen, ist nicht neu. Sie durchzieht unsere Gesellschaft schon seit langer Zeit. Aber erst durch Corona kommt sie unübersehbar und hässlich an die Oberfläche.

Es ist höchste Zeit, das zu ändern! Lasst uns einen neuen Umgang miteinander lernen. Lasst uns zu der besten Version Mensch werden, die wir sein können. Authentisch und integer. Anderen positiv zugewandt. Voller Respekt und Achtung den Anderen Menschen gegenüber. Voller Liebe.

Diese Änderung kann nur vom Einzelnen ausgehen. Hier und heute, mit Dir, beginnt die Erneuerung unserer Gesellschaft!

Kleines Rezept für Deinen Wandel

Persönlicher Wandel geschieht selten, wenn es kuschelig und angenehm ist. Wandel passiert, wenn es Spannungen gibt. Und die haben wir seit Corona zu genüge. Das bietet uns nicht nur die Chance, als Mensch zu wachsen. Jetzt MÜSSEN wir das auch tun! 

Hier schenke ich Dir mein kleines Rezept für Deinen Wandel. Es ist auch meine immer wiederkehrende Übung. Schau mal, ob Du mit einigen der folgenden Impulse etwas anfangen kannst:

AUGENHÖHE: Auch wenn wir so tun als wüssten nur wir, wie die Welt „wirklich“ tickt – jeder Mensch konstruiert sich seine eigene Wirklichkeit, sein eigenes Weltbild. Auch Du hast Dein Weltbild konstruiert aus (Kindheits-)Erfahrungen, Glaubenssätzen, ungeprüften und unprüfbaren Annahmen. Konstruktionen sind nicht die Wirklichkeit. Das trifft auch auf Dein Weltbild zu!

Und so wie jeder Mensch hast auch Du passend zu Deinem Weltbild einen Wahrnehmungsfilter. Der nur durchlässt, was dieses Weltbild stützt. Fakten, die nicht zu Deinem Weltbild passen, bleiben draussen. Es sei denn, Du lädst sie bewusst ein.

Wenn Du auf Andersdenkende triffst, dann denke daran: keiner von Euch KANN die Welt so sehen, wie sie wirklich ist! Diese Einstellung führt zu Demut und hilft, anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. 

Du siehst die Welt nicht so wie sie ist, du siehst die Welt so wie du bist.

Anonymous

SCHAU HIN: Corona hält uns den Spiegel vor: Wie gehen wir mit Menschen anderer Meinung um? Schau Dir Dein Spiegelbild an, Dein ICH, das Dir aus dem Spiegel zurück blickt: Dieses ICH, das vielleicht auch heute abwertend über Menschen anderer Meinung gesprochen hat. Dieses ICH, welches sich toll fühlte, im Kreise von Gleichgesinnten über andere schlecht zu reden. Schau es Dir an! Wenn Du es schaffst, Dein ICH auch von dieser hässlichen Seite im Spiegel zu sehen – dann hast Du einen großen Schritt getan!

STEIG AUS. Die Anderen schlecht machen, das entwickelt gerade in Gesprächen mit Gleichgesinnten eine große Sogwirkung. Stundenlang können wir uns über „den“ oder „die“ herablassend äussern. Schau hin – beobachte Dich. Und versuche, dem Drang zu widerstehen. Steige aus dem Muster aus, andere schlecht zu machen. Höre auf, sie mit abwertenden Titeln zu belegen. Hey, auch wenn sie anderer Meinung sind – und auch wenn Dir diese Meinung zutiefst abwegig erscheint: Es sind immer Mitmenschen, Mitbürger, Teile unserer großen bunten Menschheitsfamilie!

LERNE AKZEPTANZ. Während Du früher Menschen in gedanklichen Schubladen gesteckt und damit nicht mehr als Mensch, sondern als Aluhutträger oder Schlafschafe wahrgenommen hast – versuche, die anderen als ganze Menschen wahr zunehmen. Versuche zu fühlen, wie es den anderen wohl geht, wenn sie sich äußern. Spüre ihre Angst, Wut, Hilflosigkeit und Unsicherheit. Akzeptiere, dass sie eine völlig andere Weltbild-Konstruktion haben als Du. Vielleicht kannst Du auch erkennen, um was es Ihnen wirklich geht: Gesundheit, nach den eigenen Werten leben, authentisch sein dürfen, Freiheit, Leichtigkeit, Harmonie – was auch immer. Es geht den anderen um etwas wichtiges, ansonsten würden sie nicht agieren, reagieren, diskutieren.

REFLEKTIERE. Wenn Du auf Menschen „aus dem anderen Lager“ triffst, sei es nun im Social Media oder real – welche Gefühle tauchen bei Dir auf? Und welche, wenn Du Nachrichten oder YouTubes schaust? Spürst Du Ignoranz, Wut, Hilflosigkeit – und Angst? Angst ist eine der Grundschwingungen unserer Gesellschaft. Angst, Unsicherheit und Hilflosigkeit ist der Treiber hinter all der Häme, Diffamierung, Abwerten. Kannst Du Deine Angst zulassen?

ÖFFNE DICH. Schnell beurteilen wir die Meinung der anderen als völlig abwegig. Und verpassen dadurch die Möglichkeit, dass in der abweichenden Meinung vielleicht ein wahrer Kern sein könnte. Öffne Dich für diese Möglichkeit. Höre genau zu. Wer weiss, vielleicht passt doch eine neuer Impuls durch Deinen Wahrnehmungsfilter. Vielleicht kannst Du zulassen, Dein Weltbild anzupassen, Deine Perspektive zu erweitern. Vielleicht kannst Du zulassen zu akzeptieren, dass die Welt viel bunter, komplexer, dynamischer und lebendiger ist, als es unsere Schubladen-Weltbilder erlauben.

FAZIT

Wollen wir es schaffen, auf Menschen anderer Meinung offen zugewandt zuzugehen? Sie nicht abzuwerten?

Leider machen aktuell ARD, ZDF und viele der großen Medien vor, wie man ein Volk entzweit. Wenn die Medien es nicht können, dann müssen wir es tun: Eine Haltung entwickeln, die positiv zugewandt auf alle Menschen zugeht. Auch auf solche, die anderer Meinung sind. Eine Haltung des Zuhörens, auch wenn das inhaltlich Gesagte mir völlig gegen den Strich geht. Die versucht, den wahren Kern zu finden, den es auch dort geben wird. Die unter den Argumenten die Emotionen und Bedürfnisse wahrnimmt, die den anderen bewegen. Über Argumente kann ich streiten, die Traurigkeit und Angst ist beim Anderen real. Die kann ich wahrnehmen. Und statt ihn dann „Verschwörungstheoretiker“ oder „Schlafschaf“ zu nennen, kann ich doch einfach mal akzeptieren, „Ok, Du hast Angst!“. Dem Gegenüber seine Angst zugestehen, legitim, in seinem Weltbild. Und ich kann einfach mal den Mund halten, anstatt mit meinen ignoranten „überlegenen“ Argumenten ihm seine Angst zerreden und ihn als Person als unwissend klein machen zu wollen. 

Das erfordert Größe. Aber mit dieser Größe können wir uns als Menschen wieder treffen. Wir sind eine Menschheitsfamilie, vergessen? Wir gehören zusammen, auch wenn wir anderer Meinung sind. 

Diese und alle kommenden Krisen können wir nur lösen, wenn wir uns in Verbundenheit zusammen tun. Wenn wir auch abweichende Meinungen integrieren, dort nach der neuen Perspektive suchen können wir bessere Lösungen schaffen.

Da bin ich mir sicher!


Martin Bucher
Personality Trainer für Unternehmer und Eltern

Ich begleite Unternehmer und Eltern bei ihrer Entwicklung. Dabei kann ich auf einen reichhaltigen Schatz an Erfahrungen und fundierten Ausbildungen zurückgreifen. Unternehmer-Persönlichkeiten finden in mir durch meine 20-jährige Erfahrung als Geschäftsführer im Mittelstand einen Partner auf Augenhöhe.

Über mich // Personality Training // Unternehmenskultur // Newsletter

Bildquelle:
Titelbild: Shutterstock.com / asife
Bild in der Mitte: Shutterstock.com / ESB Professional

1 Kommentar zu „Corona – Aufruf zur Verbundenheit!

  1. Annette Ploch 21. Mai 2020 — 11:24

    Danke Martin, ich fühle mich bereichert. Du hast es sehr anschaulich und verständlich beschrieben.

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