Das Gute im Klimawandel – mein Beitrag zur Adventszeit

„Das Gute“ und „Klimawandel“ – wie passt das zusammen? Eigentlich war ich schon dabei, einen Artikel über die ganzen Schrecken des Klimawandels zu schreiben. Mitten im Schreiben aber habe ich die ganze schwere Energie meines Textes gespürt, mich zurück gelehnt und nachgedacht. Darüber, was denn das Gute im Schlechten sein könnte. Nicht nur, weil gerade Adventszeit ist. Sondern weil ich wirklich von dem überzeugt bin, was ich hier geschrieben habe…

Als Jugendlicher las ich gerne Science Fiction Bücher. Besonders an einen Roman aus der „Perry Rhodan“-Reihe kann ich mich noch gut erinnern. In diesem war die Menschheit verstrickt in Umweltzerstörung, Gewinnstreben, Intrigen und Krieg – kurz vor der Zerstörung der Erde. Es hat in dem Roman eine äußere Bedrohung von Aliens gebraucht, um die Menschheit zu vereinen und auf eine neue Bewusstseinsebene zu bringen.

Wir Menschen sind uns selbst und der Erde inzwischen zu Aliens geworden. Und wir sind fleissig dabei, eine solche Bedrohung zu erschaffen, welche die Menschheit offensichtlich braucht, um auf eine neue Bewusstseinsebene zu gelangen. Der Klimawandel in seiner ganzen Wucht, deren ersten Vorboten wir gerade erleben, ist ein so markantes Ereignis, dass die Menschheit sich grundlegend ändern muss. Daran gibt es für mich keinen Zweifel.

„Wenn es für die, die nach uns kommen eine Welt geben wird, in der sie leben können, dann nur deshalb, weil wir es verstanden haben, den Wandel von der industriellen Wachstumsgesellschaft zu einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft zu vollziehen.“

Joanna Macy

Heute ahnen viele Menschen, dass ein „weiter so“ nicht mehr möglich ist. Auf keiner Ebene: Politik, Wirtschaft, Bildung, Zusammenleben, Konsum, Globalisierung – nichts wird mehr bleiben können, wie es heute gelebt wird. Allerdings fehlt der politische Mut sowie die persönliche Kraft für die Veränderung. Und so schreitet der Klimawandel fort, ohne dass wir Menschen uns wirklich auf den Weg zu einer langfristig lebenserhaltenden Gesellschaft machen.

Wird die Klimaveränderung also das Ende der Menschheit einläuten, wie viele Dystopien meinen? Eine von mir sehr geschätzte und als „Spiral Dynamics“ bekannt gewordene Theorie beschreibt die Entwicklung von Bewusstseinsstufen und Weltanschauungen. Dort schreiben die Autoren den hoffnungsfrohen Satz:

„Menschen sind unter drängendsten Umständen fähig, ihre Umwelt durch neue konzeptionelle Modelle so zu gestalten, dass (alle) neu entstandenen Probleme bewältigt werden können“

Don Beck und Chris Cowan

Der Klimawandel mit seine direkten und indirekten Folgen wird uns diese für die Veränderung notwendigen „drängendsten Probleme“ bescheren. Er wird nicht das Ende der Menschheit einläuten, jedoch das Ende unserer heutigen Zivilisation. Dies scheint inzwischen unabwendbar.

Erst mit neuen Weltanschauungen und einem entwickelteren Bewusstsein werden wir die Herausforderungen unserer Zeit lösen können. Die Folgen des Klimawandels lassen sich damit leider nicht mehr umkehren – damit werden wir und folgende Generationen leben lernen müssen.

„Probleme kann man niemals mit derselben Denkweise lösen, durch die sie entstanden sind.“

Albert Einstein

Liebe und Fülle werden Angst und Leere unserer heutigen Zeit ablösen

In meiner Vorstellung wird die Menschheit mit seinem neuen Bewusstsein sich von trennenden Konzepte lösen. Beispielsweise Konzepten wie Nationalstaat, Volkszugehörigkeit, Konkurrenzdenken, richtige / falsche Weltanschauungen sowie dogmatische Religionen. Wir werden eine neue Form des Zusammenlebens, Wirtschaftens und Arbeitens finden. Und wir werden uns als Teil der Erde begreifen, auf Augenhöhe mit den anderen Lebewesen auf diesem Planeten. Denn der Klimawandel betrifft alle, egal welche Hautfarbe, Sprache, Herkunft, Glaube oder Lebensform.

Wir werden mehr Verbundenheit und Sinn erfahren, wenn wir diese neue Bewusstseinsstufe erreicht haben. Sinn, der den meisten Menschen in unserer Leistungsgesellschaft abhanden gekommen ist. Verbundenheit, nach welcher sich so viele innerlich vereinsamten Menschen in unserer auf Individualität gepolten Welt sehnen.

Heute schon auf das Morgen vorbereiten

Wir können heute schon den Boden für diese Veränderungen vorbereiten. Ganz nach dem Spruch des Banners auf dem Beitrag-Bild: „We are the ones we’ve been waiting for“ (Wir sind diejenigen, auf die wir gewartet haben) – wieso warten, dass es andere tun?

Wir können versuchen, alles Trennende in unseren eigenen Weltanschauungen abzulegen: Denke ich selbst noch, dass die Menschen aus meinem Land bessere Menschen als die von einem anderen Land sind? Bin ich der Meinung, dass meine eigene Religion die richtige und die der anderen Menschen falsch ist? Denke ich von Menschen in Kategorien und nicht als Menschen mit Herz und Bedürfnissen?

Der Wandel in der Welt beginnt in mir selbst. Ich muss die Veränderung werden, die ich in der Welt sehen will!

Bei mir hat der innere Wandel durch die Beschäftigung mit den Lehren Buddhas angefangen. Als ich die tiefe Verbundenheit von mir mit allen Lebewesen gespürt habe, konnte ich von einem Tag auf den anderen keine Tiere mehr Essen. Danach kam die intensive Beschäftigung mit der Gewaltfreien Kommunikation – und damit konnte und kann ich immer noch viele trennende Konzepte auflösen.

Dein Weg wird bestimmt völlig anders aussehen. Hauptsache ist, dass Du Dich auf den Weg machst.

Egal wie Dein Weg sein wird, vertraue auf das Leben und lass Dich überraschen!

Damit wünsche ich Dir eine besinnliche Adventszeit. Und vergiss nicht: Jeder Weg beginnt mit dem ersten Schritt…

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